Wer als Autor tätig ist – Blogger gehören ja auch dazu – hat die Möglichkeit ein schönes Zusatzeinkommen zu generieren und zwar über die VG Wort. Das kann je nachdem wie viel man schreibt auch einmal ein paar tausend Euro im Jahr sein, es lohnt sich also zu prüfen, ob man berechtigt ist, Tantiemen von der VG Wort zu bekommen. In diesem Artikel erkläre ich, was die VGWort ist und wie man speziell für Online-Texte die Tantiemen von der VGWort bekommt. Dazu stelle ich noch ein VG Wort-Plugin vor, welches den Aufwand speziell für diejenigen, die WordPress nutzen, reduzieren soll.

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Was macht die VG Wort?

Die VG Wort ist eine Gesellschaft, die sich um die Verwertung der Urheberrechte für Autoren und Verlage kümmert. Unter anderem sammelt sie Gelder ein von denjenigen, die die Werke anderer nutzen. Schreibt beispielsweise ein Autor einen Text, der in der Zeitung gedruckt wird, so bekommt er dafür Geld. Steht die Zeitung jahrelang dann in der Bibliothek und kann vervielfältigt werden, dann bekommt der Autor nichts davon ab, obwohl die Bibliothek diesen Text verwertet. Deswegen müssen beispielsweise Bibliotheken, Pressespiegel und Bildungseinrichtungen Geld an die VG Wort abführen und auch Hersteller von Drucker und Kopierer. Diese Gelder werden einmal im Jahr an die Mitglieder der VG Wort ausgezahlt. Das können Autoren, Journalisten aber seit 2007 auch Blogger sein, denn seitdem gibt es die Tantiemen von der VG Wort auch für Online-Texte.

Wer kann VG Wort-Tantiemen bekommen?

Um Anspruch auf die Tantiemen zu haben, muss man sich erstens bei der VG Wort registrieren und zweitens die Texte melden. Je nachdem um was es sich für einen Text handelt, gelten verschiedene Bedingungen und auch die Höhe der Tantiemen ist unterschiedlich. Genaueres auf der Seite der VG Wort. Ich beschränke mich hier auf Online-Texte. Hier gilt:  der Autor sollte die Urheberrechte an dem Text besitzen, der Text muss mindestens 1800 Zeichen lang sein (außer bei Gedichten) und mindestens 1500 Mal im Jahr aufgerufen worden sein. Die Höhe der Zahlung ist dann gestaffelt nach Anzahl der Aufrufe und auch von Jahr zu Jahr unterschiedlich, abhängig von der Anzahl der Autoren, die Anspruch auf Tantiemen haben und den Einnahmen der VG Wort.

Höhe der Tantiemen für 2014 bei Online-Texten

Für Beiträge, die mindestens 1800 Zeichen lang sind und die im Jahr 2014 mindestens 1500 Zugriffe erreicht haben, zahlt die VG Wort 12€ pro Beitrag.

Wer schon länger dabei ist, weiß dass es früher eine Staffelung gab in Abhängigkeit von den Zugriffszahlen. Beispielsweise gab es für 2011 ab 1500 Zugriffe 10€, ab 6000 15€ und ab 24000 20€. Diese Staffelung entfällt nun komplett.

Was muss ich tun, um für Online-Texte Geld von der VG Wort zu bekommen?

Der erste Schritt ist die Anmeldung bei der VG Wort im Bereich Texte Online Melden (T.O.M). Dort gibt es ein Formular , das man ausdruckt, ausfüllt und unterschreibt und dann an die VG Wort per Post zuschickt. Das Ganze bis zum 31.12, wenn man für das nächste Jahr Geld bekommen möchte. Nach einiger Zeit bekommt man von der VG Wort eine E-Mail, dass die Freischaltung erfolgt ist und eine Karteinummer zugewiesen. Dann kann man sich mit seinen Zugangsdaten einloggen und Zählmarken (auch Zählpixel genannt) anfordern, maximal 2000 pro Jahr. Pro Text für den man Tantiemen bekommen möchte, baut man nun je eine Zählmarke ein. Wichtig ist, dass jede Zählmarke nur ein einziges Mal verwendet wird. Das Dokument mit den Zählmarken von der VG Wort enthält pro Eintrag eine Zählmarke für HTML-Dokumente, eine für PDF-Dokumente und einen privaten Identifikationscode. Für Artikel benötigen wir den ersten Eintrag. Man sollte sich ein Dokument erstellen, in dem die Zählmarken und die dazugehörigen  Überschriften der Online-Texte notiert werden, denn das wird später für die Meldung benötigt. Sind die Zählmarken eingebaut, so sieht man nach einiger Zeit im T.O.M. die eingebauten Zählmarken und welche die Zugriffe erreicht haben. Genaueres zu den Zählmarken gibt es in diesem pdf von der VG Wort.

VGWort Zählmarke

So sieht eine VGWort Zählmarke aus

Zählpixel mit dem Plugin Prosodia VGW OS einbauen

Und nun zum Einbau, der im Grunde ganz einfach ist, denn man muss nur den Zählpixel am Ende des Artikels einfügen. Das kann man von Hand machen, also in die HTML-Ansicht wechseln, den Zählpixel kopieren und am Ende einfügen.Es gibt allerdings auch Plugin, die einem viel Arbeit abnehmen. Ich selbst nutze Prosodia VGW OS für Zählmarken, welches ich hier kurz vorstellen möchte. Das Plugin stammt vom Verlag Prosodia und der VG Wort. Eine genaue Beschreibung der Funktionen findet man direkt beim Plugin auf WordPress.org.

Prosodia VGW OS eignet sich perfekt für Webseiten und Blogs mit einem einzigen Autor. Die Zählmarken müssen nicht mehr von Hand in den Beitrag eingefügt werden, sonder man kann die bei der VG Wort bestellten Zählmarken dort als csv-Datei herunterladen und mit Prosodia VGW OS in die eigene Webseite importieren. Sobald Zählmarken vorhanden sind, lassen sich diese im Backend den Beiträgen zuweisen. Das Plugin sorgt hierbei dafür, dass keine Zählmarken doppelt vergeben werden. Die Zuordnung kann auch per Massenverarbeitung erfolgen.

In der Beitragsübersicht zeigt das Plugin an, ob die Mindestanzahl Zeichen erreicht ist und, ob eine Zählmarke zugeordnet ist. Es ist auch eine Zählmarkenübersicht vorhanden, wo man sehen kann, welche Zählmarke welchem Beitrag zugewiesen ist. Eine Suchfunktion vereinfacht das Auffinden der Zählmarke für die Meldung.

Wer VG Wort Zählmarken einbaut, sollte die Datenschutzerklärung ergänzen. Das Plugin weist einen darauf hin und liefert gleich auch eine Vorlage mit.

Texte melden

Nun heißt es abwarten bis Mitte des nächsten Jahres und hoffen, dass ganz viele Beiträge die Mindestzugriffszahlen erreicht haben. Irgendwann im Sommer wird man von der VG Wort aufgefordert, die entsprechenden Texte zu melden und das ist mit viel Arbeit verbunden, es lohnt sich aber. Für Online-Texte ist der Einsendeschluss am 1. September. Für die Meldung loggt man sich bei der VG Wort ein und geht auf den Bereich „Metis“ und dort auf die Zählmarkenübersicht, wo man sich die Artikel anzeigen lassen kann, die die Zugriffszahlen erreicht haben. Für jeden ist dann ein Formular auszufüllen mit Überschrift, URL und kompletten Text des Artikels. Es ist aber nicht ganz so schlimm, denn ein Online-Text muss nur einmal gemeldet werden, auch wenn er in den nächsten Jahren wieder die Zugriffszahlen erreicht. Man bekommt dann in den Folgejahren automatisch die Tantiemen.

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