Heute möchte ich mal wieder eine Frage aus dem Publikum beantworten. Eine Leserin fragte vor einiger Zeit, ob man als Blogger ein Gewerbe benötigt oder zu den Freiberuflern zählt. Die Antwort lautet: Ja, Blogger brauchen ein Gewerbe. Das gilt natürlich nicht für rein private Blogs, sobald aber der Blog Einnahmen generieren soll, ist ein Gewerbe fällig. Die Teilnahme an einem Partnerprogramm und das Einbinden von Werbung stellen eine Gewinnerzielungsabsicht dar. Wer sich da keinen Gewerbeschein holt und das Finanzamt dahinter kommt, der bekommt ordentlich Ärger.

Bin ich als Blogger gewerbetreibend oder Freiberufler?

Texter und Journalisten sind Freiberufler. Wir Blogger üben ja eine ähnliche Tätigkeit aus, benötigen aber dennoch ein Gewerbe, denn nur die sogenannten Katalogberufe, die in § 6 der Gewerbeordnung aufgelistet sind, dürfen sich zu den freien Berufen zählen. Und Blogger sind da nicht dabei. Auch Webdesigner brauchen ein Gewerbe. Vor allem in der IT-Branche sind die Grenzen sehr fließend. Wer sich da nicht sicher ist, fragt am besten beim Finanzamt oder beim Gewerbeamt nach und lässt sich das am besten schriftlich bestätigen. Denn macht man es falsch, so kann das teuer werden, denn Gewerbetreibende zahlen Gewerbesteuer ab einem gewissen Einkommen und diese kann das Finanzamt rückwirkend verlangen.

Brauche ich ein Gewerbe, wenn ich nichts verdiene?

Dem Finanzamt ist es egal wie viel du tatsächlich verdienst, ob du Plus oder Minus machst. Es geht einzig und allein um die Gewinnerzielungsabsicht. Liegt diese vor (und das tut es, wenn du Werbung einbindest), dann ist ein Gewerbe fällig. Und mit einem Gewerbe ist ja auch ein bisschen Aufwand verbunden. Wer noch kein Gewerbe hat und dessen Blog voraussichtlich noch nicht allzu viel einbringen wird, der sollte sich überlegen, ob er nicht noch ein bisschen wartet mit der Werbung. Denn für ein paar wenige Euros lohnt es sich eigentlich nicht, Probleme mit dem Finanzamt zu bekommen.

Wie melde ich ein Gewerbe an und was kostet das?

Wer sich einen Gewerbeschein besorgen möchte, geht zum Gewerbeamt. In meinem Fall war es das Gemeindeamt. Das Ganze geht ziemlich flott: man füllt ein Formular aus mit den Daten zur Person und zum Betrieb. Man sollte sich auf jeden Fall vorher überlegen, ob die Kleinunternehmerregelung in Anspruch genommen wird und welche Tätigkeit angemeldet wird. Als Blogger könnte man da einfach „Bloggen“ eintragen. Ich habe mich für „Internetdienstleistungen“ entschieden, da ich auch Webseitenerstellung und Suchmaschinenoptimierung und sonstige Dienstleistungen, die sich eventuell ergeben, anbieten möchte. Da wollte ich mich nicht zu sehr einschränken. Dann wird noch ein gewisser Betrag für die Anmeldung fällig, der von Ort zu Ort unterschiedlich hoch ausfällt. Bei mir waren es 45€. Stempel drauf und fertig! Schon war ich selbstständig. Verzichtet man auf die Kleinunternehmerregelung, dann wird auch gleich die Umsatzsteueridentifikationsnummer beantragt, die dann nach ein paar Wochen im Briefkasten liegt.

Achtung: Wer nebenbei ein Gewerbe anmeldet, benötigt eine Erlaubnis vom Arbeitgeber.

Fazit: Als Blogbetreiber, der damit auch Geld verdienen möchte, brauchst du ein Gewerbe. Die Prozedur der Anmeldung ist gar nicht einmal so aufwändig und die Kosten sind fast nicht der Rede wert. Aber danach nicht vergessen: als Selbstständiger hat man auch gewisse Pflichten wie die Abgabe einer (monatlichen) Umsatzsteuervoranmeldung, wenn man nicht auf die Kleinunternehmerregelung verzichtet.