Noch vor ein paar Monaten habe ich die kostenlosen Bilddatenbanken wie Pixelio als mögliche Bilderquelle für die eigene Webseite gepriesen. Mittlerweile verzichte ich darauf und kaufe meine Bilder lieber. Der Grund ist eine Abmahnung die ich bekommen habe wegen einer Urheberrechtsverletzung.

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Die Verwendung kostenloser Bilder erfordert eine Angabe des Urhebers

Bei der Verwendung von Bildern aus Bilddatenbanken müssen die Lizenzrechte beachtet werden. Bei kostenlosen Bildern aber oft auch bei  gekauften muss in der Regel eine Angabe zum Fotografen gemacht werden und wie das genau zu geschehen hat, ist in jeder Datenbank für jedes Bild festgelegt. Die Vorgaben, die gemacht werden, können durchaus sehr unterschiedlich sein.

Manche verlangen die Nennung des Bildnamens und des Autors am Bild oder am Ende der Seite. Andere akzeptieren auch eine Nennung im Impressum. Auf jeden Fall problematisch ist es, wenn man ein Bild für das Design der Webseite nutzt, z.B. im Header. Man will ja nicht eine Angabe überall auf der Webseite machen und im Impressum genügt es eventuell nicht.

Man kann nicht vorsichtig genug sein

Eigentlich weiß ich das ja auch, und war mir auch sicher die Bilder richtig verwendet zu haben. Ich hatte sogar beide Varianten – Kennzeichnung am Bild/auf der Seite UND im Impressum – verwendet. Bei einem einzigen Bild hatte ich die Nennung des Autors wohl in der Eile vergessen und das ist dem Urheber nicht entgangen. Weiß nicht genau wie intensiv solche Leute nach der richtigen Kennzeichnung suchen, auf jeden Fall hat er den Fehler entdeckt und mir prompt eine Abmahnung schicken lassen. Knapp 200€ durfte ich zahlen (99€ als Schadensersatz für die Urheberrechtsverletzung und den Rest für die Anwaltskosten des Fotografen) und dazu noch eine Unterlassungserklärung unterschreiben.

Das Bild dürfe ich weiterverwenden mit Kennzeichnung. Um ehrlich zu sein, habe ich keine Lust mehr darauf. Vielleicht hätte auch eine Mail an mich genügt mit dem Hinweis auf Urheberrechtsverletzung. Wenn aber gleich mit solchen Mitteln gearbeitet wird, dann ist mir das Risiko zu hoch, weiterhin Bilder von Pixelio zu nutzen. Denn für die 200€ hätte ich mir gewiss mindestens hundert Bilder bei Fotolia kaufen können. Und wirklich gebraucht habe ich dieses eine Bild auch nicht.


Fotolia
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Das Bild habe ich natürlich jetzt entfernt und ich bin auch in tagelanger Arbeit alle meine Artikel durchgegangen und habe alle Bilder nochmal nachkontrolliert und die von Pixelio und sonstigen kostenlosen Bilddatenbanken entfernt, allzu viele waren es ja nicht. Bei den Gastbeiträgen habe ich ebenfalls Bilder entfernt oder ersetzt, wenn mir die Herkunft nicht ganz klar war. Wundert euch also nicht, wenn ihr da eine Änderung feststellen solltet.Ich hoffe, nichts übersehen zu haben.

Worauf man auch unbedingt achten muss, ist dass die Bilder nicht nur aus den Artikeln entfernt werden, sondern auch vom Server. Denn solange sie noch drauf sind, sind sie theoretisch öffentlich zugänglich, wenn der Pfad dazu bekannt ist. Und es soll ja auch Fotografen geben, die mit den Abmahnungen ihr Geld verdienen. Ist ja eine lukrative Sache, denn der Schadensersatz ist deutlich höher als der Wert des Bildes, wenn man es kaufen würde.

Und Vorsicht: WordPress generiert automatisch Vorschaubilder, die in einem extra Verzeichnis abgelegt werden und die auch noch einen anderen Dateinamen haben. So ein Vorschaubild gab es bei mir auf dem Server nämlich auch eben genau von dem Bild, das mir die Abmahnung bescherte.

Wie man das automatische Generieren von Vorschaubildern verhindert, hat Chaosweib in diesem Artikel beschrieben.

Worauf man bei einer Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung achten sollte

Die Strafe von 200€, die ich zahlen musste ist eher gering. Es sind ganz andere Fälle im Internet bekannt, wo solch eine Urheberrechtsverletzung auch schon mal einen Tausender gekostet hat. In der Regel muss man auch eine Unterlassungserklärung unterschreiben. Und da ist es wichtig, dass darin keine feste Vertragsstrafe festgelegt wird. Sollte das so sein, dann ist das meistens Abzocke, denn der Betrag ist oft viel zu hoch angesetzt und was man unterschreibt, muss dann auch gezahlt werden, sollte man aus irgend einem Grund erneut gegen das Urheberrecht des Klägers verstoßen.

Mein Fazit: Bei Bildern aus dem Internet ist immer darauf zu achten, dass die Angaben zum Urheber richtig gemacht wird. Die Vorgaben unterscheiden sich bei den verschiedenen Datenbanken. Vorsicht bei Gastbeiträgen, denn da kennt man die Herkunft der mitgelieferten Bilder nicht. Und wer beruflich im Internet aktiv ist, sollte sich unbedingt gegen solche Fälle absichern, denn ein Fehler kann jedem einmal unterlaufen.

Nachtrag: Soweit ich das verstehe muss bei Bilder von Fotolia eine Urheberrechtsangabe gemacht werden, diese darf aber auch im Impressum stehen. Da ist die Gefahr geringer, etwas zu vergessen.

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